Ein passives Investment hat in den letzten Jahren an Popularität gewonnen – viele Mieter und Vermieter fragen sich daher, ob es nicht ebenfalls die Möglichkeit gibt das bisher „tote Kapital“ der Mietkaution passiv zu investieren. Die gute Nachricht: Das ist möglich – wenn auch mit etwas mehr Aufwand als bei einem Kautionskonto. Dieser Artikel zeigt die Möglichkeiten auf und welche Fallstricke vermieden werden sollten.

Was ist der Unterschied zwischen aktivem und passivem Investment?

Der Unterschied zwischen einem aktiven und einem passiven Investment besteht darin, dass bei einem aktiven Investment der Anleger, Aktien und Fonds selber auswählt und somit diese aktiv kauft und verkauft.

Bei einem passiven Investment hingegen, wird ein Fonds gewählt der sich automatisch an einem Index orientiert wie beispielsweise dem Dax oder dem Dow Jones und alle Werte innerhalb von diesen Index kauft und somit den Index nachbildet.

Mehr Informationen zum Thema passivem Investieren kann man bspw. hier bei Finanzfluss erhalten

Wieso sind ETF-Fonds günstiger als andere Fonds?

Dadurch dass ein ETF Fonds passiv investiert, also kein Mensch manuell eingreifen muss und Kosten verursacht, können Kosten gespart werden. Diese Kostenersparnis wird an den Investor weitergegeben, sodass wesentlich günstigere Konditionen bestehen als bei aktiv gemanagten Fonds.

Die günstigere Kostenstruktur ist natürlich nicht mit einem kostenlosen Mietkautionskonto zu vergleichen, gleichzeitig bietet das Investment jedoch auch eine höhere Rendite.

Wie kann man die Mietkaution passiv investieren?

Um die Mietkaution passiv zu investieren, bedarf es einem Kautionsdepot welches verwendet wird um passive ETF Fonds zu kaufen. Der Vermieter muss einverstanden sein, dass diese Art der Kaution genutzt wird da die Werte auch im Buchwert schwanken können. Außerdem muss das Depot auch verpfändbar sein, also entweder einzelne Werte innerhalb vom Depot oder das komplette Depot mittels einer Verpfändungsurkunde dem Vermieter „übergeben“ werden.

Wurde die Mietkaution einmal eingerichtet und die ETF-Fonds gekauft und verpfändet können diese am Kapitalmarkt teilhaben und eine Rendite erwirtschaften.

Mit dem Kautionsrechner können Sie einfach und unkompliziert die verschiedenen Anbieter vergleichen:

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AnbieterDepotLeistungenEinrichtungsgebühr: 29,75 €
Depotgebühren: 0,68 % p.a.
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Zum AnbieterEinrichtungsgebühr: 30,00 €
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Zum AnbieterEinrichtungsgebühr: 30,00 €
Depotgebühren: 30€ p.a.
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Stand: 22.10.2021

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Tipp: Ein Blick auf die gesamten Kosten lohnt sich.

Kann man die Mietkaution auch aktiv investieren?

Auch ein aktives investieren der Mietkaution ist möglich, macht jedoch nur bedingt Sinn. Durch eine Verpfändung der Fondsanteile sind diese nicht mehr oder nur zum Teil handelbar beispielsweise in einem Zug um Zug Geschäft um das Depot zu rebalancen.

Selbstverständlich kann man als Mieter auch ein Kautionsdepot eröffnen, in welchem man die Fonds selber auswählt welche gekauft werden, anstatt einen Robo-Advisor wie beispielsweise Growney zu nutzen, der eine vorgefertigte Anlagestrategie mit ETF Fonds nutzt.

Wann macht eine Investition in ETF-Fonds für die Mietkaution Sinn?

Eine Investition in ETF Fonds für die Mietkaution macht nur dann Sinn wenn man ein längerfristiges Mietverhältnis hat. Wie das alte Sprichwort sagt „Hin und her, macht Taschen leer“ ist das Kaufen und Verkaufen der Fondsanteile für den Investor nicht sinnvoll.

Eine langfristige Anlage hingegen ermöglicht es auch Schwankungen am Kapitalmarkt auszugleichen und langfristig steigende Sachwerte zu nutzen. Hierfür sollte eine Mietdauer von mindestens zwei bis drei Jahren vorhanden sei, um tatsächlich Kursschwankungen ausgleichen zu können

In welchen Fällen ist ein Mietkautionskonto die bessere Wahl?

Durch die langfristige Anlage der Mietkaution werden Fonds-Anteile über mehrere Jahre nicht mehr verkauft, sondern als Investment innerhalb vom Depot liegen. Da diese verpfändet sind, eignet sich diese Anlage nur für mittel- bis langfristige Mietverhältnisse

Kann man bereits vorab durch eine entsprechende Planung feststellen dass ein Mietverhältnis nicht so lange dauern wird, beispielsweise nur ein bis zwei Jahre und dann ein erneuter Umzug stattfinden wird, bspw. aufgrund von einem Jobwechsel oder weil das Studium beendet wurde, so kann in diesen Fällen ein Mietkautionskonto die bessere Wahrheit sein

Durch die Anlage auf einem gering verzinstem Mietkautionskonto hat man zwar keine hohe Rendite allerdings die Möglichkeit innerhalb von drei Monaten dieses Konto wiederum aufzulösen und die Mietkaution auszulösen also die Verpfändung aufzuheben.

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